Herausforderung tinitarischer Gotteserkenntnis in der Verkündigung


Die christliche Verkündigung trägt als ihren Gehalt selbst die Begründung, da sie in der geistigen Erkenntniseröffnung  - im Geist der Wahrheit - den Glaubens- als Rechtfertigungsgrund aus dem Hören des Worts aufnimmt und es im Folgen verantwortend anwesenden sein läßt.


Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Mt 18,20

Im Namen des menschgewordenen Gottes muß der den Glaubensgrund im Bewußtsein repräsentierende Begriff von Gott so verfasst sein, dass die Identität seiner Anwesenheit unter uns - im Geist des Gedenkens - gewahrt und als in Wahrheit glaubhaft für alles Denken in oder gegen ein Glauben an Gott gesichert und als einstimmungsfähig gewährleistet sein muß. Aus diesem in den Evangelien fundierten Anspruch musste sich zur Wahrung der Einheit des von ihm selbst her als Mensch unter Menschen sich bekundenden Göttlichen eine trinitarische Verfasstheit des Gottesgedankens ausbilden, um deren prozessuale Struktur im Begründungsverhältnis die christliche Theologie seit den Kirchenvätern und den frühen Konzilen ringt.

In seiner "Systematischen Theologie" unternimmt Wolfhart Pannenberg in Bd 1 den Versuch, aus dem Handlung die Wesenheiten des Göttlichen zu erschließen.

Es muß die Handlung in Absolutheit genommen, als im Begriff ihrer Idee unter dem Maß der Vollkommenheit angenommen werden.

Wir greifen hier nur dies als Ansatz auf, ohne zu unterstellen, die für gleichursprünglich nur die Identität des göttlichen Wesens erhaltenden Ideen wie die Wahrheit oder Gerechtigkeit und Güte lassen sich aus der Idee der Handlung so gewinnen, als wären sie von ihr als dem leitenden Prinzip der Gotteseinheit abgeleitet. 

Im Unterschied zum Verständnis des Gotteshandelns als "actus purus" bei Thomas oder zu Vorstellungen eines souverän willensentscheidend handlenden Subjekts ist das ursprüngliche Handlen Gottes eine entspringen Lassendes und Ermöglichendes, dessen Maß im Geben seiner selbst des Angenommenseins bedarf. Darum muß zum Ursprungshandeln Gottes jener Logos im Geist unabtrennbar gehören, der uns das Angenommensein in vollkommener Entsprechung dort darbringt, wo es des Maßes zur Entsprechung im Annahmehandeln von Menschen bedarf

Anselm hat in seinem Dialog vom Fall des Engels, 'de casu diaboli', die Annahme als Bedingung des Gebens dargelegt. Als der, der sich  im Ursprung wesentlich selbst zur Ebenbildentsprechung gibt, macht Gott als Schöpfergeist sich abhängig von den Menschen, die in ihrer aus der Entsprechung bestimmt sind, die Schöpfung zu bewahren.

1.

Die Handlungsweisen, die wir als göttlich(e) verehren und (als für uns mithin vorbildlich) achten dürfen, sind mit der Idee der Handlung schlechthin verbunden und teilen diese zur Einheit des wirksamen Handlungsvermögens (als Handlungsmacht Gottes, die ihrem Begriffe nach nicht fehl geht, nicht unwirksam ist) so ein, daß wir zur Einstimmung im Handeln geleitet sind und so als gottgemäß uns verhaltend die als ursprünglich uns ermöglichende Gabe in  Einstimmung des Handeln annehmen und wahren. Anzunehmen ist, was wir der Personalität Gottes im Verhalten zu Personen für das Personseinkönnen verdanken.

Sind Vater und Sohn eines Wesens, aber als Personen verschieden, dann sind ihre Handlungsweisen, wenn wir sie als (zwei) Personen denken verschieden, als zueinander sich verhaltend aber nicht unabhängig voneinander. Sie müssen zur Einheit, die die Identität des Göttlichen wahrt, so ursprünglich verbunden sein, dass sie getrennt nicht sie selbst, nicht göttlich, kein vollendes Handeln wären. Das läßt sich durch das Geben des Vaters und das Annehmen des Sohnes zwar vorstellen, mit dem Annehmen geht aber das Sohnsein hervor und - wie schon Augustinus diese Relation fasste, ist auch der Vater erst er selbst. Welches Handeln und Verhalten da aber sich vereinigend den Hervorgang für den Gottesgedanken / für eine begriffsbildende Gotteserkenntnis statthat, das ist mit Ursprung, Erzeugung oder Hervorgang (processiones) nicht angemessen denkbar und wird weder dem Gabe- noch dem Annahmecharakter eines Handelns gerecht.

Zugleich entzieht sich diese ursprüngliche Vereinigung der Vorstellung eines Handlungsgeschehens, für das Handelnde Personen schon vorausgesetzt sind. Aus einer apersonalen Sein von Wesenheit läßt sich keine Selbstunterscheidung zur Genesis des zweipersonal vereinigten Seins Gottes konstruieren.

Für die identitätserhaltende Einheit des Göttlichen ist also ein Drittes, der Geist als gleichursprünglich wirkend anzunehmen, und zwar so, dass er unsere Annahmen im diesem Erkundungs- und Denkprozess (in Hinwendung zur Trinität, wie wir sie als in sich selbst strukturiert zu sein denken) tragen und möglich machen kann - wie als Geist der Wahrheit verheißen.

Alles werkhafte Erwirken im anzunehmendem Handeln Gottes erfordert als ein Drittes, deren Einheit ermöglichendes, Einstimmung tragende Handlungsweise den Geist, der ursprüngllich auf eine Handlungsgemeinschaft von Personen, sie in der Einheit von Ursrung und dem Annehmen des Gebens ermöglichend werkhaft ausgerichtet ist,  und darum selbst nicht apersonal verfasst gedacht und wirken kann. Denkbar wird nun, dass der Gottesohn wird, das er den gemeinschaftlichen Geist im Persongewordensein empfangen, ihm in de Gestaltbildung des empfangend Folgenden entsprochen hat und selbst nichts andere ist als das Bild der Entsprechung in Vollkommenheit. Gehalten in göttlichem Geist hat die sich ursprünglich empfangende Person kein anderes Sein als im Sein als Maß der Vollkommenheit des Göttlichen im - geistgetragen - Erzeugten: als Idee und Inbegriff von personaler Würde.

2.

Die Handlung des Vaters ist nun ihrerseits als Güte im Geist des zur Ermöglichung der Entsprechung vereinigt zu sein: das zum Maß des Personseins bestimmt Empfangene ist dasselbe, was Gott im Ursprung als sich selbst gibt. Die Hervorgänge können im Geist Gottes für die Personwerdung gar nicht gedacht werden und von uns zu denken angenommen sein, hne die Ursprüngliche Ermöglichung eines denkenden, und reflektierenden Geistes als Person, die ursprünglich das Personsein ermöglicht.

Trinitarisches Denken entfaltet sich aus der Annahme des uns zu kommenden Geistes in Teilhabe zur Ermöglichung des Personseinkönnens aus Entsprechung.